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Freitag, 23. Oktober 2009

Der Googrimble fährt mit.

Ich war heute mit dem Fahrrad unterwegs, und der Googrimble ließ sich nicht davon abhalten auf dem Gepäckträger mitzufahren. Trotz Nebel und Regen. Wir fuhren durch Fantasyillustrationen aus tiefen Hohlwegen aus deren Seitenwänden armdicke Wurzeln hingen, vorbei an Nebelgeistern und Grabbaggern. Der Googrimble juchzte und tat, als sei es das größte Vergnügen in kurzen braunen Hosen und mit einem leichten Leinenhemd angetan durch die Kälte zu kariolen. Er brabbelte davon, dass er mich fürderhin zu inspirieren gedenke und ich versuchte erfolglos, ihm klarzumachen, dass ich ernste Literatur herstelle und nicht auf Kinderbücher abonniert bin. Diese meine Rede beeindruckte ihn weit weniger als mich. Er lachte, wie Monster eben so lachen, und behauptete, er sei SEHR ERNST und ich würde schon noch sehen.
Ich mache mir große Sorgen. Es ist nicht lustig, einen Googrimble zu haben. Heute bot er mir an, ihn einfach Goog (gesprochen: Guug) zu nennen. Ich gedenke ihn aber gar nicht zu nennen, sondern ihn schleunigst wieder loszuwerden. Er kam mit zu meinem Guru hinein, es schien ihn zum Glück niemand zu sehen und anscheinend hörte auch niemand sein irres Kichern.
Er ist mir unheimlich, der Googrimble - aber nur noch manchmal.

reich mir doch mal den Größenwahn rüber...

Das Verlangen Schriftstellerin zu sein ist heutzutage gesellschaftlich durchaus anerkannt.
Man sollte sich jedoch über die beiden Modelle klar sein die für ein Leben als Schriftstellerin zur Verfügung stehen:

Entweder Erstens:
Man betreibt die Schreiberei als Hobbie, gleichgestellt mit Basteln, Stricken, Kakteen züchten oder lustige Haarspangen aus Fimo herstellen.

Oder Zweitens:
Man ist sehr erfolgreich und kann von seiner Schreiberei leben.

Alles dazwischen ist von diversen Unsternen beschienen, von der Gesellschaft mißtrauisch beäugt, und wirft täglich neue, brisante und teilweise kaum lösbare Fragen auf.

Sich diesen Fragen erfolgreich zu stellen und trotzdem die überwiegende Zeit des Tages der Erzeugung von mehr oder weniger literarischen Texten zu widmen, erfordert einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Der Grat auf dem man balanciert ist wenig breiter als ein Messerrücken.

Meine Lebensbasis besteht in einer Art Multisponsoring und ist davon getragen, dass zumindest einer meiner Sponsoren bis jetzt unerschütterlich an mein Talent glaubt und sich auch durch merkwürdige Fragen am Frühstückstisch nicht davon abbringen lässt.

"Reich mir doch eben mal den Größenwahn rüber"

Er weiß, dass mir Marmelade wenig nützt wenn ich mal wieder einen Umschlag mit der Formabsage eines Verlags aus dem Briefkasten hole.

Weil heutzutage Jeder über Alles bloggt, wird es kaum ins Gewicht fallen, wenn ich hier über meine Arbeit und deren Begleitumstände berichte.

Fragen oder Anregungen nehme ich gerne entgegen. In welchem Umfang ich jeweils schriftlich darauf eingehe ist so wenig vorhersagbar wie der Verlauf meiner Arbeitstage.

Angela Hornbogen - Merkl

Aus dem Alltag einer potentiellen Bestsellerautorin

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